Was Penguin 4.0 bewirkt - Googles jüngstes Update

Content ist jetzt mehr als König bei Google – er ist ein Imperator

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Google ist Synonym für Suchmaschine. Inzwischen gilt  Google auf diesem Feld  auch quasi als Monopolist – doch dafür arbeitet der Gigant nach wie vor erstaunlich transparent und „ethisch“, also im Sinne seiner Benutzer.  Der immer komplexer gewordene Algorithmus hat von der ersten Stunde an versucht, den Suchenden in den Mittelpunkt zu stellen, dessen Wünsche, und immer mehr auch dessen Intuition und geistigen „Heimat-Gefühle“. Um diese Kern-Zielgruppe, die ja auch Kern der „Kostenlos-Kultur“ des Netzes ist, bei der Stange zu halten, muss Google alle Einflüsse zurückdrängen, die den Suchenden Inhalte vorgaukeln welche ihn irritieren, vom Gesuchten ablenken oder gar schädigen könnten.

Google und SEO-Optimierung – der „Hase-und-Igel-Lauf“ geht in eine neue Runde

Es gleicht also dem berühmten „Hase-und-Igel-Lauf“, wenn heute zuhauf engagierte „Suchmaschinenspezialisten“ versuchen den Algorithmus von Google entweder in vorauseilendem Gehorsam um den einen oder anderen Platz in der Platzierung auf Seite eins nach oben zu bitten, oder tatsächlich die Technik zu überlisten. Google hat durch immer differenziertere Maßnahmen erreicht, dass die allzu plumpen Versuche zurückgedrängt wurden. Die davon betroffenen Seiten wurden dadurch oft sogar quasi aus dem Markt gedrängt, denn ohne Sichtbarkeit bei Google ist der Zustrom neuer Interessenten meist gering.

Wer den diskreten Job der Suchmaschinen-Optimierung ausübt, hat alle Hände voll zu tun. Wenn allerdings ein lange erwartetes Suchmaschinen-Update von Google ausgeliefert wird, dann kann das zu erhöhtem Blutdruck führen: Die Positionierungen sind möglicherweise in Gefahr und all die fein gesponnenen Strategien hinfällig.

Der Monopolist hat sich Zeit gelassen – und etwas Vernünftiges geschaffen

Seit dem letzten Update seiner rund 200 Bewertungskriterien (deren jeweilige Gewichtung selbstverständlich streng geheim ist), hat Google satte zwei Jahre vergehen lassen, im Web eine Ewigkeit. In dieser Ewigkeit richteten sich Suchmaschinen-Optimierer in ihrem emsigen Geschäft der Backlink-Optimierung und vielem anderem mehr emsig ein, bis das Ende im Herbst 2016 tatsächlich eintraf: In Form des Updates Penguin 4.0. Inzwischen hat sich die Aufregung in der SEO-Branche ein wenig gelegt, denn es kristallisiert sich heraus, dass das Update eigentlich sehr vernünftig ausgefallen ist. Nichts was inzwischen durchgesickert ist, sollte Verschwörungstheorien unterstützen, schon gar nicht diejenigen, die meinen, das böse Google habe genau ihre Webseite mutwillig herabgestuft. Das hat einen Grund: Mit Penguin 4.0 will Google die händischen Eingriffe seiner Teams in Irland möglichst auf ein Minimum reduzieren.

Längst reale Veränderungen des Web bringt Penguin 4.0 in die SEO-Welt

Tatsächlich war das Update längst fällig, denn im Grunde konnte und musste das SEO-Optimierer-Heer bisher technisch noch teilweise so agieren, als wäre das Internet ein großes Telefonbuch, in dem es am wichtigsten ist, so viele andere Teilnehmer mit Links auf sich zu ziehen wie möglich. Bis vor kurzem hat der Algorithmus von Google auch noch keinen Unterschied zwischen der Anzeige auf großem Heimbildschirm und mobilen Inhalten gemacht – als würde das Internet nur auf dem Schreibtisch stattfinden. Und drittens waren die Strafen für all jene, die es aus der Sicht von Google mit der Optimierung zu weit getrieben hatten drakonisch: Wenn es schlecht für die Fliege lief, traf sie der Schwanz der Kuh so heftig dass es kein Morgen gab - die betreffende Webseite wurde über Monate oder sogar Jahre abgestraft, selbst wenn sie sich geläutert hatte.

Wer sich nach „zu scharfer“ SEO bessert, dem wird verziehen – in Echtzeit

Penguin 4.0 verspricht nun all das auf den Stand der Zeit zu bringen. Hat ein Webmaster den Googlebot dazu gebracht, die Seite häufig zu crawlen, dann gilt jeweils nur noch die neueste Fassung – Suchmaschinenoptimierung kann nun quasi in Echtzeit erfolgen. Außerdem soll Google nun wesentlich kleinteiliger vorgehen. Wenn also eine Unterseite nicht ganz nach dem Geschmack von Google optimiert ist, soll dies nicht mehr das Ansehen der gesamten Seite in Mitleidenschaft ziehen. Kurz: Google ist fairer geworden, wer sich bessert, dem wird nachhaltig verziehen – und das bereits nach dem nächsten Besuch des Googlebots auf der Seite.

Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass eine Domain als Ganzes nun weit weniger leicht global „nach oben“ rutscht, wenn nur die eine oder andere Unterseite sehr gut optimiert ist und in deren Schlagwort-Bereich im Ranking ganz vorne liegt.

Glaubt man Google und den zahlreichen SEO-Aposteln, so soll das neue Update doch tatsächlich das Gute nach vorne bringen, also den echten, nicht künstlich aufgepumpten Content. Die Geschichten, die wirklich neu geschrieben wurden und das Thema so authentisch, wortgewandt und vor allem relevant für den geneigten Suchenden wie möglich darstellen.

What´s next? Der Google Search Index

„Mobile first“ ist schon seit langem der Leitstern der Internet-Branche, und dieser von Google ausgerufene Schlachtruf hat einen realen Hintergrund: 2016 ist das Smartphone erstmals mit 66 Prozent und einem Zuwachs von 14 Prozentpunkten das meistgenutzte Gerät für den Internetzugang, noch vor dem Laptop mit 57 Prozent.

Nicht verwunderlich, wenn Google der selbsterfüllenden Prophezeiung nun ein Pendant in der Suche gegenüberstellt und den „Mobil Index“ ankündigt. Er betrifft vor allem jene Seiten, die mobil andere Inhalte zeigen, als auf eher stationären Bildschirmgrößen. Sobald es soweit ist, wird dies vermutlich den Trend zum differenzierten Internetangebot verstärken: Schon heute ist es ja preissensiblen Anbietern nicht egal, ob sich ein Nutzer in der hochpreisigen Großstadt oder in der Abverkaufs-Provinz einloggt, und ob er dies mit einem ältlichen Smartphone oder vielleicht mit dem Premium-Modell von Apple tut - oder dem von Google selbst.

 

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