Usability und User Experience (UX)

Warum Webseiten unbedingt nach Bedienungsfreundlichkeit designt werden müssen

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Die Kriterien für eine gute Website abzustecken, ist an sich nicht schwierig: Inhalte müssen schnell und einfach zu finden sein. Texte müssen gut lesbar und verständlich sein. Außerdem muss dem Besucher intuitiv klar sein, wo er klicken muss, um an das gewünschte Ziel zu kommen. Und bei all dem sollte sich ein positives Gefühl einstellen.

Was so einfach klingt, ist in der Praxis jedoch eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Zwei Schlagworte spielen dabei eine entscheidende Rolle: Usability und User Experience (UX). Was man darunter versteht und wie wichtig die beiden Aspekte für das Design von Websites sind, wollen wir hier kurz erklären.

Was ist Usability?

Usability beschreibt die Benutzerfreundlichkeit einer Website. Als wichtiges Qualitätsmerkmal gibt sie an, wie effizient die Navigation auf einer Seite ist und wie schnell Nutzer die Funktionsweise einer Website verstehen. Design und Optik sind dabei genauso relevant wie Bedienbarkeit und die technische Umsetzung. Ziel ist es, dass Besucher möglichst schnell das bekommen, was sie auf einer Website gesucht haben.

Was ist User Experience?

Im Gegensatz zur Usability ist die User Experience nicht objektiv messbar. Sie beschreibt das Nutzungserlebnis und damit das Gefühl, das ein Besucher während des Besuchs einer Website, aber auch vor und nach der Nutzung empfindet. Die User Experience ist der Gesamteindruck und hat großen Einfluss darauf, wie ein Unternehmen von Kunden wahrgenommen wird.

Findet ein User eine verständliche und gut bedienbare Website vor, die sich an die Prinzipien der Usability und der User Experience hält, schafft dies Vertrauen und führt letztlich auch wirtschaftlich zum Erfolg. Denn der User hat einen positiven Eindruck von der Seite und ihrer Benutzbarkeit. Das gibt ihm das Gefühl, dort genau das zu finden, was er sucht und ein kompetentes Unternehmen vor sich zu haben. Dadurch kehren Besucher regelmäßig auf die Seite zurück, melden sich eher für einen Newsletter an oder empfehlen die Seite weiter.

Grundregeln für eine gelungene User Experience

Auch wenn die User Experience eine subjektive Größe ist, gibt es Grundsätze, die für jede Website gelten. Das betrifft zunächst die Ästhetik: Wenn eine Seite ansprechend aussieht, empfinden Besucher sie tatsächlich auch als besser nutzbar.

Ebenso sollten Wartezeiten, in denen der Besucher durch das Laden einer Seite aufgehalten wird, möglichst vermieden werden. Das sorgt für mehr Produktivität und verbessert die Nutzungserfahrung.

Auch Übersichtlichkeit und eine gut durchdachte, überschaubare Anzahl an Auswahlmöglichkeiten sind wichtig. Zu viele komplexe Wahlmöglichkeiten erschweren die Entscheidung und überfordern Besucher. Deshalb ist es wichtig, komplexe Entscheidungsprozesse in mehrere Schritte zu unterteilen. Bestimmte Optionen zu empfehlen und diese optisch hervorzuheben ist dabei eine gute Hilfestellung.

Die Macht der Gewohnheit

Dass die Schriftgröße, die Formatierung von Logo, Buttons und anderen wichtigen Seitenelementen bei einer Website einheitlich sein müssen, ist ebenfalls Voraussetzung für eine gute User Experience. Denn Einheitlichkeit sorgt für Sicherheit.

Das Stichwort Einheitlichkeit beschränkt sich dabei nicht nur auf die eigene Website. Denn den Großteil ihrer Zeit im Web verbringen User auf anderen Websites. Mit den Erfahrungen, die sie dort erwerben, möchten sie sich auch auf einer neu entdeckten Website zurechtfinden. Deshalb sollten sich die Optik und die Platzierung zentraler Elemente wie Logo, Navigation oder Suche an gängige Konventionen halten. Allzu gewagte Experimente sind hier keine gute Idee.

Die Aufnahme von Informationen so einfach wie möglich machen

Zahlreiche Eyetracking-Studien haben belegt, dass die Augenbewegung von Usern, die eine Website lesen, stets einem Muster folgt, das an den Buchstaben F erinnert. Informationen, die sich auf der linken Seite des Bildschirms befinden, nehmen Nutzer demnach stärker wahr als die auf der rechten Seite.

Die Erklärung dafür liegt darin, dass User den Text auf einer Website eher scannen als ihn Wort für Wort zu lesen. Umso entscheidender ist es, wichtige Elemente und Botschaften auf der linken Seite zu platzieren. Bilder, die der Illustration dienen, können dagegen rechts angeordnet sein.

Lange Textblöcke sind aufgrund des Leseverhaltens im Netz ebenfalls schlecht für die User Experience. Für eine optimale Informationsaufnahme sind kurze Textabschnitte und Zwischenüberschriften hilfreich. Auch Listen erleichtern die Informationsaufnahme beim Lesen auf dem Bildschirm.

Eine mobil optimierte Website ist Pflicht

Nachdem in Deutschland mehr Smartphones als Laptops und PCs genutzt werden, sollten Usability und User Experience für mobile Endgeräte ganz besonders im Fokus stehen. Grundvoraussetzung für ein gutes Mobile UX Design ist, dass eine Website sauber mobil optimiert ist. Das heißt zunächst, sie passt sich im responsive Design ideal an jede Bildschirmgröße an und wird fehlerfrei dargestellt.

Sich so gut es geht in den Nutzer hineinzuversetzen, ist beim Gestalten einer Website immer wichtig. Für mobile Endgeräte gilt dies ganz besonders: Worauf kommt es bei der mobilen Nutzung an?

Ein Overload an Information auf dem kleinen Handybildschirm schreckt ab und überfordert den Nutzer. Während Websites für den Desktop so aufgebaut sind, dass sie dem Nutzer jeden unnötigen Klick ersparen, ist es mobil durchaus sinnvoll, Informationen nur häppchenweise zu zeigen und auf mehrere Seiten zu verteilen.

Auch lange Ladezeiten sind am Smartphone gravierender als am Desktop. Denn oft ist die Internetverbindung unterwegs nicht so gut und die Nutzungserfahrung umso schlechter.

Die Anordnung und Größe von Buttons, Links oder Menü-Kategorien ist für eine gute Mobile UX ebenfalls entscheidend. Denn nichts ist nerviger als zu klein geratene Schaltflächen, die mit dem Finger nicht präzise anklickbar sind. Das gleiche gilt übrigens für die Schriftgröße: Ist sie so klein, dass ein Nutzer erst einmal zoomen muss, um Inhalte lesen zu können, ist das ein echter Minuspunkt für die UX.

Der beste Weg zu einer guten User Experience ist, von sich selbst auszugehen. Das heißt, bewusst darauf zu achten, welche Websites einem als User ein gutes Gefühl vermitteln und dann genau zu analysieren, woran das liegt. Diese Erkenntnisse können dann in die Gestaltung der eigenen Website einfließen.