Searchbubble - Die Suchblase als Schlüsselbegriff der Gegenwart

Von der weiten Welt zur bubbeligen Blase

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Wer auf Instagram oder Twitter erst Mal nach irgendwas sucht, bekommt beim nächsten und nächsten Besuch immer die gleichen und gleichen Vorschläge und Ergebnisse – wer sich nicht technisch von der Filterblase zu entfesseln weiß, ist schon fast erlegen, sucht und klickt immer weiter - im gleichen Kreis seiner "Suchblase".  Es ist ein wenig so als wenn man den immer gleichen Nachbarn das gleiche fragt, und auch das gleiche zur Antwort bekommt – nur ein wenig anders verpackt. Schon gleichen sich Waren immer mehr an, Autos verschiedener Marken sind kaum noch zu unterscheiden, von Mode, Schuhen, Lebensmitteln, Genussmitteln ganz zu schweigen – ebenso wie die Angebote der Leitmedien, der politischen Programme.

Heimat heißt, dass sich wenig ändert, dass alles an seinem Platz ist, man sich quasi blind auskennt. Ein Schutzwall gegen die Uferlosigkeit, die ja gerade das Internet so nahe legt. In nahenden Zeiten könnte man zurückblickend fragen, ob früher mehr bunt war und weniger Ton in Ton. Ob Siri solche nachdenkliche, schräge, bunte und zwischentönige Inhalte dann vorschlagen oder sie leicht zu googeln sein werden, ist eine andere Frage.

Mathematik hat die Macht im Netz übernommen

Was wir wissen wollen haben wir immer schon gewusst. Was uns immer schon interessiert hat, interessiert uns auch jetzt. Tun wir das im Internet, schaut uns unsichtbar eine Schar stiller Beobachter zu, führt in Cookies Strichlisten, gleicht mit Algorithmen ab – und servieren uns immer das gleiche. Was soll´s werden Sie vielleicht fragen? Es wird ja nur das Leben bequemer gemacht. Doch was wir nicht so wirklich wollen sollen wir auch: Wir sollen nicht mehr überrascht werden, wir sollen vertrauen. Damit wir unsere kleine Welt nicht mehr zu verlassen brauchen. In der virtuellen Realität werden uns nur noch die Spiegel vorgehalten – in der wir nichts als uns selbst sehen, in unseren spontanen Ideen, Wünschen, den selben Interessen, den wiederkehrenden Routinen, die zum Hospitalisieren führen hinter den Stäben der eigenen Gewohnheiten.

Matching-Ergebnisse als Spiegel von uns selbst

Je öfter wir das tun, desto mehr werden wir den schon von ähnlichen anderen – unseren Matching-Partnern - besser gemachten künstlich intelligenten Agenten verbessern. Erfolgreich ist der Anbieter, der die genauesten Inhalte für eine immer kleinere Zielgruppe liefert. Wer diese Inhalte erzeugt, tritt in den Hintergrund, ja, ist sogar tendenziell dringend nicht mehr menschlicher Natur: Es werden solche Mengen an in Echtzeit zusammengesetzten Bausteinen benötigt, dass dies die Reaktionsschnelligkeit und Produktivkraft echter Menschen bedeutend überschreiten würde.

US-Präsidentenwahl als Schrittmacher von Social Bots

Und die vergangene US-Präsidentenwahl hat mit viel Geld den Vorreiter im breiten Meinungsmarkt gespielt: Social Bots bei Twitter, und besonders wirkungsvoll bei Facebook sind nichts anderes als künstlich intelligent gemachte „Fake-Profile“. Sie finden, reagieren und interagieren auf bestimmte Zielgruppen und Themen gezielt. Sie vergrößern die Zahl der Follower und lassen durch ihr Eigenleben die Person oder das Thema als virulenter erscheinen, als es zumindest durch rein menschliche Aktivitäten wäre.

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